Aus den Trümmern in die Tropen


Enttruemmerung 

NachkriegszeitDie Baracken des Botanischen Instituts

Die Nachkriegszeit beginnt mit dem Beseitigen des Trümmerschutts, dem Verfüllen der Bombentrichter und dem Abriss des Glaspalastdachs. Auch die Ruinen der alten Schauhäuser und der Flora-Tempel werden abgeräumt. Der Frauen-Rosenhofs wird später für den Landesverband Gartenbau durch Wilhelm Riphahn völlig missglückt zu einem zweigeschossigen Gebäude umgebaut. Relativ schnell wird das Flora-Restaurant wieder in Betrieb genommen. 1949 sind die beiden Festsäle für 900 und 700 Personen fertiggestellt. „Unsere Flora startbereit“ heißt es zum Silvesterball 1949/50.

 

1949findetdieWiedereroeffnungderFlorastatt

 

Botanik in Baracken

Erste Laborexperimente mit Gemüse

1948 übernimmt Prof. Joseph Straub die Leitung des Botanischen Instituts und des Gartens und richtet provisorische Laboratorien und Versuchsgewächshäuser ein. Mit dem Übergang der Universität an das Land NRW wird 1954 die Trennung beider Institutionen vollzogen. Die Flora fällt komplett in die Trägerschaft der Stadt Köln.

Der „Pflanzendoktor“ und die Orchideen

Heinrich Krebber übernimmt 1950 die technische Leitung der Flora. Der Garten wird zunächst vereinfacht und mit attraktiven, bunten Beetflächen zu Lasten der Botanik stärker auf das Bedürfnis des Publikums ausgerichtet. Das ehemalige Französische Parterre wird zu einer schlichten Rasenfläche mit umlaufender Rosenrabatte umgestaltet. Im Parkteil Botanischer Garten lockt das Alpinum mit dem romantischen Seerosenteich die Besucher an.

 

Das schlichte Nachkriegsparterre
Wieder Wandeln unter Palmen – die neuen Gewächshäuser

Der „Hunger“ der Kölner nach gepflegtem Grün und exotischen Pflanzen ist derart groß, dass in der Flora bald wieder über Schaugewächshäuser nachgedacht wird. Ab 1950 wird in Riehl tatsächlich neu gebaut. Mit Eröffnung des Kleinen Tropenhauses können die Pflanzenschätze, vor allem die Orchideen von „Pflanzendoktor“ Neuenhaus wieder präsentiert werden. Farbenpracht und Exotik sollen die Menschen erfreuen. Vor allem werden tropische Nutzpflanzen, wie Kaffee, Kakao, Zimt, Muskat und Vanille gezeigt. Im 1953 fertiggestellten Kakteenhaus werden dann die Wüstenpflanzen der „Neuen und der Alten Welt“ ausgestellt. Das Große Tropenhaus gilt nach der Eröffnung 1955 als eines der schönsten und am besten eingerichteten Schauhäuser Europas. „Äquatorzauber am Rhein!“ Mit Seerosenteich und Bambusbrücke machen die üppigen Pflanzen den Eindruck eines natürlichen Dschungels. Als Clou wird 1957 der Tropische Hof eingeweiht. Er dehnt sich unter einer alten Libanonzeder um ein tropfenförmiges, nilgrünes Wasserbecken aus. Hier wachsen tropische Pflanzen wie Lotus, Papyrus, Reis und wieder die „Königin der Seerosen“, die Victoria amazonica mit ihren riesigen Blatttellern.

Im tropischen Hof Die Bambusbrücke mit demTropenteich Die neuen Schaugewächshäuser

Ein Lieblingskind der Mutter ColoniaReiz des Alpinums

Schließlich wird 1964 der Wiederaufbau der Flora zum 100-jährigen „Wiegenfest eines Lieblingskindes der Mutter Colonia“ mit der Eröffnung des Kalthauses für die Pflanzen der Subtropen abgeschlossen. Beim Festakt gibt Oberbürgermeister Theo Burauen sein Wort, die Stadt Köln werde „ihre FLORA niemals vernachlässigen und alles dransetzen ihre Schönheit auch in Zukunft zu erhalten, wenn möglich sogar noch zu steigern, denn die Flora ist sichtbarer und bleibender Ausdruck eines Gemeinschaftswerkes kölnischen Bürgersinns.“


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Bildnachweise:
Gerd Bermbach, Botanischer Garten Köln, Joachim Brokmeier, Wolfram Kunick, Eugen Moll